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Telefon (Telio)

Wer in Haft geht benötigt einige Tage, bis der Kontakt in die Außenwelt hergestellt ist. Natürlich gibt es keine Handys und schon gar kein wirless LAN - es ist eben ein Gefängnis.
Mir wurde die Möglichkeit zu telefonieren erst nach einigen Tagen gegeben. Das war allerdings das Erstgespräch, auf welches ein Inhaftierter mit Haftantritt ein Recht hat.
Die Einrichtung des Telio-Kontos muss beantragt werden. Das wurde mir aber erst von den Mithäftlingen auf der Station 4 erzählt. Für den Antrag müssen die Telefonnummern mit Namen und der Beziehung zur Person aufgelistet werden.
Die Prüfung des Antrages dauert dann einige Tage und die Aufbuchung von Telefongeld dauert auch noch mal ein paar Tage, so dass ich erst in der letzten Woche telefonieren konnte. Allerdings ist das für einen Untersuchungshäftling, der mehrere Monate in Haft bleibt, von nicht so entscheidender Bedeutung.
Je nach Haftstatus kann der Personenkreis aber eingeschränkt werden. Generell haben Häftlinge 40 Min/Monat Zeit zum Telefonieren. Die vertelefonierte Zeit wird bei jedem Gespräch angesagt. Insgesamt kann man für bis zu 160€ im Monat telefonieren. Die Gebühren sind akzeptabel. Ich hatte von den 25€ gerade mal 10€ verbraucht.
Das Geld muss allerdings vom Haftkonto auf das Telefonkonto umgebucht werden, was nur einmal in der Woche erfolgt. Auch dafür muss ein Antrag gestellt werden.
Bei allen Gesprächen kann das Gespräch mit gehört werden, da aus der Haft ja keine illegalen Aktivitäten heraus...

Kontrolle der Post

Der einfachste Kontakt zur Außenwelt sind Briefe. Da ich nur (!) in Ordnungshaft war, wurde meine Post nur auf unerlaubte Gegestände kontrolliert. Das betraf sowohl die Ausgangsport als auch die Eingangspost.
Bei Untersuchungsgefangenen wird die Post gelesen. Das gilt auch für beide Richtungen, da kontrolliert wird, in wie weit eine Verschleiderung oder weitere Straftaten über den Briefverkehr versucht werden. Dafür wird allerdins etwas Zeit benötigt.
Ich erhielt meine Post meist noch am selben Abend. Die Briefe waren alle geöffnet und mit einem Kontrollstreifen wieder versiegelt. Innerhalb des Gefängnisses gibt es dann doch wieder das Postgeheimnis.
Briefpapier und Briefumschläge werden einem kostenlos geschenkt. Briefmarekn können beim Anstaltskaufmann gekauft werden. Hier gibt es 0,55€ und 0,90€ laut Einkaufsliste.
Ich habe während meiner zwanzigtägigen Haft insgesamt 22 Briefe und Postkarten erhalten. Einige Beispiele können hier aber eingesehen werden.

Fan-Post

Mein wichtigster Kontakt zuzr Außenwelt fragte mich bei unserem ersten Telefongespräch, ob er meine Inhaftierung über die Informationslisten bekannt geben dürfe. Ich sagte ihm, er möge es nicht an die große Glocke hängen, aber im Hamburger Väteraufbruch wäre es schon ok!
Nun ja - der Weg in die bundesweiten Listen ist dann aber kürzer und schneller, als ich erwartet hatte. Am 17. Mai 2010 erhielt ich dann einen Brief und eine Postkarte. Der Brief war von meiner Mutter und die Karte .. ich kannte den Absender nicht. Aber er wünschte mir viel Durchhaltevermögen und Selbstbehauptung. Ein Leidensgenosse aus Süddeutschland.
Als ich das gelesen hatte lief ich über die Station und meinte voller Überraschung: "Hey Jungs - Ich bekomme Fan-Post!"
Meine Mithäftlinge schüttelten den Kopf und lachten. Als ich aber am nächsten Tag fünf Briefe und Postkarten erhielt zogen sie die Augenbrauen hoch. Ich meinte nur: "Ich bekomme wirklich Fan-Post!"
Die Krönung kam aber einen Tag später. Nun waren es 9 (in Worten NEUN) Briefe und Postkarten. Auch die Justizvollzugsbeamten sahen nun auch den Hintergrund der Problematik.
Da nun meine Haftzeit bald endete erhielt ich auch nur noch am Pfingssonntag zwei Briefe. Alle andere Post dürfte an die Absender zurückgegangen sein.